Warum Lesen so viel mehr ist, als Katzenvideos zu gucken

„Du kannst doch nicht immer nur lesen. Du musst doch auch mal was tun!“

Kennst du diesen Spruch?

Oft haben wir den schon als Kind gehört. Du solltest dann was tun – im Gegensatz zum Nichts-tun, also dem Lesen.

Sich mit einem schönen Buch in einen Sessel zu setzen und in einer fremden Welt zu versinken, zählt nicht mal als echtes Hobby, oder?

Jetzt sagst du es dir selbst, weil du erwachsen bist und es oft genug gehört hast!

Bücher, die Spaß machen, bei denen man mit-fiebert, mit-fürchtet, sich mit-verliebt, mit-lacht und mit-heult, die werden doch von uns Erwachsenen geradezu verschämt gelesen, als würde man seine Zeit verplempern, nichts Sinnvolles tun! Man muss sich scheinbar dafür rechtfertigen!

„Ich komm gar nicht mehr zum Lesen!“, sagen mir die Erwachsenen. Die Mütter, die Berufstätigen, die immer-Fleißigen. Man räumt dem Lesen keine Zeit mehr ein, weil es gar nicht gilt in unserer Leistungsgesellschaft.

Erlaube dir wieder zu Lesen, denn es ist so viel mehr!

Lies Bücher, die dir gefallen. Die dich zum Lachen bringen. Und zum Weinen. Und zum Schmetterlinge-im-Bauch-haben und zum Fantasieren und Fabulieren.

Denn deine Fantasie und Vorstellungskraft ist ein Innenraum in dir, den dir keiner wegnehmen kann. Er macht dich frei und weit und lässt dich Dinge denken und fühlen, die ganz neu sind: es bringt Farbe in dein Leben und Leben in deinen Alltag!

Bildnachweis: eigene Fotos

Gemeinsam mit dem Helden..

Mit den Helden überwinden wir Probleme und lernen mit ihnen, wie sich das anfühlt. Wir nehmen dieses Wissen mit in unseren Alltag.

Mit den Helden lernen wir uns selbst kennen. Wir verstehen, wie wir ticken. Wir wagen uns mehr von uns anzusehen, denn auch der Held hat Schwächen. Er ist neidisch und mißgünstig und ängstlich und schüchtern. Und trotzdem ist er ein Held!

Mit den Helden überwinden wir uns selbst für ein größeres  Ziel und wagen uns zu träumen und ‚groß zu denken‘.

Mit den Helden fühlen wir. Und wann dürfen wir schon in diesem Leben ungestraft fühlen? Freundschaft, Liebe, Trauer, Wut, Angst und vor allem Mut?

Mit dem Helden verarbeiten wir Dinge, die wir selbst erlebt haben. Unseren Alltag. Und unseren Schmerz. Unseren Frust und unsere Hoffnungslosigkeit und Trauer.

Lesen ist also gut für unsere Seele!

Lesen ist gut für unseren Mut. Lesen ist gut, um uns selbst zu kennen. Fantasie, Träume und Gefühle bringen uns aus dem reinen Intellekt zurück in unsere Ganzheit als Menschen. Wir können nicht nur leisten, denken und funktionieren, wir brauchen auch Raum für alles andere, das uns ausmacht.

Und deshalb machen auch Bücher die Spaß bringen schlau und lassen uns lernen und weiter kommen: denn nur mit Kopf, Herz und Hand sind wir ‚Ganz‘ und können unsere Kraft in die Welt bringen.

Bildnachweis: eigene Fotos der Autorin, Titelbild: Pexels, Pixabay