Das Leben schreibt mit

„Für uns seid ihr die Weasleys!“, sagte eine Freundin mal zu mir.  „Wenn man bei Euch zu Besuch ist und in das kleine Badezimmer geht, werden dort Küken großgezogen und wenn es einen Garten gibt, in dem es Gnome gut hätten, dann wäre das ganz sicher bei euch!“

Leider kann ich meinen Abwasch nicht verhexen oder magische Stricknadeln für mich arbeiten lassen, wie Mrs. Weasley (aber ich stricke).

Und ein bisschen fühle ich mich doch wie eine Zauberin:

Ich nehme die echte Welt und füge ihr eine gute Portion Magie bei und dabei lege ich einen Zauber auf die Wirklichkeit und wer weiß? Vielleicht dringt der Zauber beim Lesen in Eure Herzen und verändert die Wirklichkeit.

Tatsächlich haben wir nicht 7 Kinder, sondern drei, aber alles Buben.  Mein Mann arbeitet gern im Haus mit Kabelbindern (ist das nicht fast wie der schiefe Fuchsbau?) und denkt sich eher kreative Lösungen für Probleme aus– wenn er nicht gerade Kinder-gärtnert, was sein Brotberuf ist.

Mehr Feuer und mehr Wasser

Außerdem findet man bei uns zu Hause Dinge an komischen Orten. Wenn mir die Küchenmesser oder Esslöffel ausgehen, muss ich nur im riesigen Sandkasten danach suchen. Dabei stolpere ich ganz bestimmt über das neueste Forschungsprojekt meines mittleren Sohnes, der Wasser filtert, Blätter mit einer Lupe ankokelt oder erneuerbare Energie (mehr Feuer und viel mehr Wasser) erforscht.

Ein Mädchen im Haus

Unsere Hündin Niña (was auf Spanisch ‚kleines Mädchen‘ bedeutet und außerdem auch ein supercooler Krieger in schwarz ist) ist übrigens der Liebling von allen im Haus, denn dort lebt außer uns noch meine Mutter, die eigentlich keinen Hund haben wollte und jetzt ganz verliebt in die Hündin ist.

Meine Arbeit (außer das Schreiben)

Niña begleitet mich auch zu meiner Gartenarbeit in die Schule und wird dort ständig umringt von Kindern aller Größe.

Schreiben mitten drin

Irgendwo in dem Chaos, mittendrin, schreibe ich also meine Bücher. Manchmal schaffe ich nur einen Satz, ehe wieder ein Kind/Hund/Huhn/Oma/mein Mann kommt und irgendwas von mir will. Manchmal ist es plötzlich überraschend ruhig und ich sitze da und bin so perplex, dass mir überhaupt nichts einfällt. Dann gehe ich eben Wäsche aufhängen, was leider auch noch immer nicht magisch funktioniert.